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BeitragVerfasst: 18.03.2011, 20:57 

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bei grundsicherung wird das werkstatteinkommen angerechnet, da wird was abgezogen.

hier gibts mehr infos:

http://www.sozialhilfe24.de/grundsicherung-sozialhilfe/einkommen.html

das ist aber bei jeder arge etwas anders


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BeitragVerfasst: 19.03.2011, 10:08 

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Jetzt verstehe ich.

Hey, das wir in der selben WfbM arbeiten ist ja cool.

Ich arbeite in der Gruppe von Uta Prösch.

Haben sie dir den schon die Werkstattrichtlinien, Entgeltordnung, Lohntabelle und Entgeltbogen gezeigt???

Mir nämlich nicht und ich bin schon über 10 Jahre da. (In der WfbM in verschiedenen Gruppen.) da weiß ich doch gleich wieder warum ich keine Grundsicherung beziehe.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 19.03.2011, 12:19 

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Beiträge: 16
bin da erst seit ein paar Monaten.
Sowas wird mir vielleicht gezeigt, wenn man fest angestellt wird nach 2 Jahren.

aber wie willst du von ca. 160 euro leben :shock:
rente oder grundsicherung wirste doch wohl bekommen, außer du lebst noch bei eltern oder so.

oder lebst du im heim? das wäre anders.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.03.2011, 10:30 

Registriert: 01.07.2008, 11:39
Beiträge: 235
Ich lebe noch bei meiner Mutter, darum würde ich Grundsicherung wohl nicht bekommen.
Bei Grundsicherung darf man ja nur 2600€ sparen.
Oder wurde das angehoben,sollte doch mal angehoben werden???
Außerdem möchten wir die Behördenkontrolle verhindern.


Zuletzt geändert von bmilte am 05.10.2013, 16:55, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Niedriglohn
BeitragVerfasst: 05.10.2013, 16:13 

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Eine unterschiedlich hohe Bezahlung der Werkstattlöhne, die sich aus Grundlohn von zur Zeit 73,00 € + Steigerungsbetrag (maximal bis 154,00 €), sowie einem Förderbetrag zusammensetzen, wurde mir von einem Arbeitsanleiter damit begründet, das sich die Werkstattlöhne nach der Leistungsfähigkeit der in den Werkstätten für Behinderte Menschen (WfBM) Beschäftigten, richtet.

Wird denn auch berücksichtigt, welche Nebenwirkungen bestimmte Medikamente auf die Leistungsfähigkeit der in Behindertenwerkstätten Beschäftigten haben?

Warum gelten wir Werkstattbeschäftigte nicht als Arbeitnehmer?
Warum gelten wir Werkstattbeschäftigte nur als Beschäftigte (=Beschäftigte haben ein Arbeitnehmerähnliches Arbeitsverhältnis)?

über die Internetfirma "Change.Org" habe ich folgende Onlinepetition;

"Ausweitung der Machtbefugnisse der Gewerkschaften und Mindestlohn in den WfBM" gestartet.

Auf FACEBOOK weise ich per Link auf diese Internetseite und auf meine Onlinepetition auf Change.Org unter meinem Namen RAIMUND BARKAM hin.

9 Unterschriften habe ich bereits, aber 91 Unterschriften fehlen mir noch. Wer möchte, kann mich ja gerne unterstützen.

Viele Grüße aus Münster sendet

Euch

Raimund Barkam ;-)

P.S: Die Behindertenbeauftragte der Stadt Münster habe ich per Email über
meine Onlinepetition informiert. Telefonisch bestätigte Sie
mir, diese am kommenden Dienstag, 08.10.2013, während
eines Treffens mit der Behindertenkommision zu besprechen


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 Betreff des Beitrags: Re: Niedriglohn
BeitragVerfasst: 07.10.2013, 12:37 
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Raimund Barkam hat geschrieben:
Warum gelten wir Werkstattbeschäftigte nicht als Arbeitnehmer?

Unter anderem damit keine Kündigung durch den Arbeitgeber erfolgen kann. Jedem Arbeitnehmer kann von seinem Arbeitgeber gekündigt werden.
Das arbeitnehmerähnliche Rechtsverhältnis ist ein Schutz der Werkstattbeschäftigten. Für Werkstattbeschäftigte im arbeitnehmerähnlichem Rechtsverhältnis ist die WfbM eben nicht einen Arbeitsgeber der die Arbeitnehmer an den Arbeitsauftrag anpasst (und wenn sie nicht passen den Arbeitnehmer entlässt). Sondern die Arbeit wird an die Leistungsfähigkeit und Bedürfnisse der Werkstattbeschäftigten angepasst.

Vielleicht helfen die einfachen Beispiele das zu erklären.

Beispiel 1:
Firma baut Fenster.
Für 1 Fenster benötigt 1 Mitarbeiter (MA) 1 Tag, der MA bekommt einen Stundenlohn von 10 Euro also 80 Euro am Tag. Das Fenster wird für 250 Euro verkauft. Damit kann der Arbeitgeber seinen MA, das Material und die Maschinen bezahlen.

Beispiel 2:
Firma bauen Fenster.
Für 1 Fenster benötigen 12 Mitarbeiter (MA) 1 Tag, der MA bekommt einen Stundenlohn von 10 Euro also bei 12 Mitarbeitern 9.600 Euro am Tag. Das Fenster wird für 250 Euro verkauft. Damit kann der Arbeitgeber weder seine MA, das Material und die Maschinen bezahlen.
Arbeitgeber geht in Konkurs und kündigt allen MA

Beispiel 3
WfbM baut Fenster.
Für 1 Fenster benötigen 12 Werkstattbeschäftigte 1 Tag, die Beschäftigten bekommt einen Stundenlohn von 2 Euro also bei 12 Mitarbeitern 192 Euro am Tag. Das Fenster wird für 250 Euro verkauft. Damit kann der Arbeitgeber die Werkstattbeschäftigten, das Material und ein Teil der Maschinen bezahlen.

Beispiel 4
WfbM baut Fenster.
Für 1 Fenster benötigen 12 Werkstattbeschäftigte 1 Tag, die Beschäftigten bekommt einen Stundenlohn von 3 Euro also bei 12 Mitarbeitern 288 Euro am Tag. Das Fenster wird für 250 Euro verkauft.
Damit kann der Arbeitgeber die Werkstattbeschäftigten, das Material und die Maschinen nicht bezahlen.
Trotzdem wird kein Werksattbeschäftigte entlassen. Die angestellten Mitarbeiter müsse sich Gedanken machen wie die Arbeit und berufliche Qualifikation so gesteltet werden kann, dass es zu keinem Verlust kommt. Sind die MA dazu nicht in der Lage werden diese entlassen, weil sie Arbeitnehmer sind. Werkstattbeschäftigte sind von Entlassungen nicht betroffen weil sie in einem arbeitnehmerähnlichen Rechtsverhältnis zur WfbM stehen.

Gruß
Christoph Bohmann



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 Betreff des Beitrags: Re: Niedriglohn
BeitragVerfasst: 30.10.2013, 19:56 

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Hallo Bohmann,

danke für Deine Rechenbeispiele. Wenn ich Beschäftigter und kein Arbeitnehmer bin, kann die Gewerkschaft dennoch ihren Einfluss auf Behindertenwerkstätten ausüben?

Allerdings, nach Deinen Rechenbeispielen, müßten alle Unternehmen in der freien Marktwirtschaft, die einen Mindestlohn von 10 € pro Stunde zahlen würden, Pleite gehen.

In der Baubranche hat sich ein Mindestlohn von ca. 10 € pro Stunde seit Jahren (?) durchgesetzt.
Warum gehen dann nicht alle Bauunternehmen in die Pleite, sprich Insolvenz?

Bei den 10 € Stundenlohn als Mindestlohn handelt es sich wohl eher um einen Bruttobetrag.


Gruß

Raimund Barkam


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 Betreff des Beitrags: Re: Niedriglohn
BeitragVerfasst: 30.10.2013, 20:06 

Registriert: 27.09.2013, 20:31
Beiträge: 46
Zu Deinen Beispielen 1+2 habe ich noch 2 Fragen;

Wenn 1 Mitarbeiter 1 Fenster herstellen kann,
warum sollten dann 12 Mitarbeiter nicht auch 12 Fenster herstellen können und warum sollten gleich 12 Mitarbeiter notwendig sein, für die Herstellung eines einzigen Fensters, wo doch nur ein Mitarbeiter vorher notwendig war um 1 Fenster herzustellen?


Meinst Du nicht auch, dass Deine Rechenbeispiele in der Argumentation ein wenig hinterherhinken??

Gruss

Raimund


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 Betreff des Beitrags: Re: Niedriglohn
BeitragVerfasst: 04.11.2013, 08:39 
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Die Beispiele sind keine realen Zahlen sondern sollen nur der Veranschaulichung dienen.
In einer großen Firma gibt es riesige Fertigungsautomaten, so dass auf einen Mitarbeiter am Tag 100 und mehr Fenster kommen. Und der Mitarbeiter bekommt als Fachmann dann auch mehr als 10 Euro, es sei denn es ist eine Hilfskraft, dann wird es auch weniger sein.

Wir haben in unserer Werkstatt 2 Tischlereien. Ohne Mitarbeiter könnte keiner der 30 Beschäftigte selbständig ein Fenster fertigen. Die Mitarbeiter könnten das aber ohne Probleme.

Werkstattarbeit ist nicht auf Produktion ausgerichtet sondern auf berufliche Qualifizierung an tatsächlicher Arbeit, damit vielleicht einmal eine Eingliederung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geschehen kann.

Es ist gesetzlich geregelt, dass die Werkstatt vom Arbeitsergebnis mindestens 70% als Entgelt für die Beschäftigten als Entgelt auszahlt. Und das wird durch die Wirtschaftsprüfer festgelegt und kontrolliert und kann durch den Werkstattrat eingesehen werden.
Welche Aufgabe soll da eine Gewerkschaft haben?

Hier die Zahlen aus unserer Werkstatt
Umsatzerlös aus dem Arbeitsbereich 2,5 Mio Euro (Das ist also das, was in den Arbeitsbereichen der Werkstätten erwirtschaftet wurde)
Aufwand um den Umsatzerlös zu erreichen 1,2 Mio Euro (Dazu gehört u.A. Material, Hilfsstoffe, Abschreibung, Energie, Wasser und vieles mehr)
Das Arbeitsergebnis liegt bei 1,3 Mio Euro
Davon werden 920.000 Euro an die Beschäftigten als Entgelt ausgezahlt (von 75 bis 600 Euro monatlich)
Die anderen 380.000 gehen in die Rücklagen für Ertragsschwankungen und Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen)

Wenn die etwa 500 Werkstattbeschäftigten Arbeitnehmer mit einem Mindestlohn von 8,50 Euro wären, dann Sind das Lohnkosten von etwa 8,5 Mio Euro. Woher sollen die denn kommen, bei einem Arbeitsergebnis von 1,3 Mio Euro?

Gruß
Christoph Bohmann



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 Betreff des Beitrags: Re: Niedriglohn
BeitragVerfasst: 18.03.2018, 13:59 

Registriert: 27.09.2013, 20:31
Beiträge: 46
Meine Onlinepetition "450 € Mindestlohn für Behinderte in Behindertenwerkstätten"

Seit Anfang März 2001 arbeite ich in einer WfbM aber nicht wegen meiner 50%igen Schwerbehinderung (Rücken- und Knieprobleme), sondern wegen einer depressiven Erkrankung aufgrund privater und beruflicher Erlebnisse.

Davor war ich vom 02.11.1994 bis Mitte August 1999 in einer Baumaschinenfirma als Firma des ersten Arbeitsmarktes als kaufm. Angestellter beschäftigt.

Nicht die Arbeit wurde zu einem Problem für mich, sondern das Umfeld der Arbeit, also das Betriebsklima, dass ich als rau und unangenehm empfand.

Mir fiel es juristischer Laie, aber gelernter Bürokaufmann leichter, gerichtliche Mahnverfahren einzuleiten, als die Vorgesetzten fragen zu müssen. Diese hatten sich mir gegenüber des öfteren im Ton vergriffen.

Wie mir ist es wohl auch Anderen Kolleginnen und Kollegen ergangen. Diese waren auch zuerst in Behörden und Firmen auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig und kamen erst nach einer depressiven Erkrankung in eine WfbM.

Einige haben Abitur und Andere sind bereits während der Ausbildung an Depressionen erkrankt.

Lt. eines Facebookartikels in der Gruppe "Ulpedi - Probleme in Werkstätten", soll die Vermittlungsquote, dass heisst, das Menschen mit Behinderungen dauerhaft aus einer WfbM heraus über Integrationsfirmen einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt halten können, pro Jahr nur bei unter 1% liegen.

Warum kann man zuerst einmal eine Tätigkeit von Menschen mit Behinderungen in einer Werkstatt für behinderte Menschen nicht wie einen 450 €-Job handhaben?

Würde man einen Werkstattlohn von 450 € erhalten, dann dürfte es weder von einer Grundsicherung oder einer Erwerbsunfähigkeitsrente oder einer Erwerbsminderungsrente finanzielle Abzüge geben, ansonsten würde der politische Begriff "Inklusion", verstanden als Teilhabe Behinderter am Leben Nichtbehinderter, nicht mehr als eine leere Worthülse sein.

Wieviel Gesamtnettomonatseinkommen braucht ein Alleinstehender erwachsener Mensch - 1.100 €, 1.200 €, oder 1.500 €?

Wieviel wäre zu wenig und wieviel wäre zuviel?

Ein Nettomonatswerkstattlohn von 450 € pro Beschäftigten, dürfte keinen einzigen Betreiber einer WfbM finanziell überfordern!
Für viele Kolleginnen und Kollegen wäre dieses sicherlich ein erste, deutliche Verbesserung ihrer Einkommenssituation.

Weitere, gerechtere Anpassungen der Werkstattlöhne an steigende Lebenshaltungskosten, wie Strom, Gas, Wasser, Lebensmittel und weitere Dinge des täglichen Bedarfs, sollten die Betreiber der WfbM mit den Gewerkschaften in arbeitsrechtlicher Hinsicht abklären.

Der Link zu meiner Onlinepetition lautet :

https://www.petitionen24.com/450__minde ... erkstatten

Lt. Anweisungen der o. g. Internetseite kann diese Onlinepetition auch anonym unterschrieben werden.
Die Angabe einer Emailadresse soll doppelte Unterschriften verhindern.

Ein per Email eingehender Link, muss zwecks Bestätigung der bestehenden Emailadresse doppelt angeklickt werden. Erst dann wird die Unterschrift (auch anonym) erfasst.

Ein bekanntes Sprichwort besagt: "Hilf Dir selbst, dann wird Dir geholfen werden!.

Derzeit habe ich 188 Unterschriften sammeln können.
In ca. 680 WfbM und ca. 2500 Niederlassungen der WfbM sollen in ganz Deutschland derzeit 300.000 Menschen mit Behinderungen arbeiten.

Wenn hier Viele die Petition mit unterschreiben würden, könnte diese Petition besser und schneller an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages weiter gegeben werden.


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